Home | Kontakt | Spenden | Links | Facebook 
english
AA+A++
SUCHE
Im Krankenhaus

In der Zeit des Klinikaufenthaltes kann ein GesprÀch mit anderen Betroffenen Fragen und Prognosen klÀren helfen.
Viele Familien holen bei
Paulinchen – Initiative
fĂŒr brandverletzte Kinder e.V.

Informationen ein,
um das Geschehene
besser zu verstehen
und um auf die Rehabilitation
vorbereitet zu sein.
Paulinchen ruft Sie gern in der Klinik zurĂŒck!

Informationen

Wenn Sie weitergehende Informationen oder Hilfe benötigen, rufen Sie uns gerne unter unserer kostenlosen Hotline an:

0800 0 112 123

E-Mail

Informationen fĂŒr Eltern mit brandverletzten Kindern im Krankenhaus

Ihr Kind hat einen Verbrennungs- oder VerbrĂŒhungsunfall erlitten und liegt im Krankenhaus. Da wir als betroffene Eltern wissen, wie man sich in der ersten Zeit fĂŒhlt und was mit dem Kind in der Klinikzeit passiert, haben wir versucht, die wichtigsten Behandlungspunkte fĂŒr Sie zusammenzufassen, damit Sie sich in ruhigen Augenblicken informieren können.

Erstversorgung im Krankenhaus:
Bei Verbrennungen und VerbrĂŒhungen wird nach der flĂ€chenmĂ€ĂŸigen Ausdehnung und der Tiefe der Verletzung unterschieden. Die Haut besteht aus mehreren, sehr dĂŒnnen Schichten. Man unterscheidet zwischen Verbrennungen ersten, zweiten oder dritten Grades. Da die zweite Hautschicht dicker ist, unterteilt man den zweiten Grad in “oberflĂ€chlich" und “tief".
Eine endgĂŒltige Beurteilung des Ausmaßes der Verletzung kann oft nicht sofort, sondern erst nach ein paar Tagen getroffen werden.

Bei der Erstversorgung durch den Arzt werden unter sterilen Bedingungen  Blasen und verletzte Hautteile entfernt, es wird ein kĂŒhlender Verband mit einer desinfizierenden Salbe aufgelegt. Weniger ausgedehnte Verletzungen werden auf der Normalstation weiterbehandelt.

Bei großflĂ€chigeren Verbrennungen (das ist bei Kindern bereits ab 10 % der KörperoberflĂ€che) erfolgt zunĂ€chst die Stabilisierung auf der Intensivstation. Dort werden zunĂ€chst der Kreislauf und die wichtigen Köperfunktionen ĂŒberwacht. Eine Verbrennung kann  manchmal zu einer Krankheit fĂŒhren, die alle Organe des Körpers betrifft. Wenn möglich, sollten deshalb schwerere Verbrennungen immer in einer Spezialklinik fĂŒr Schwerbrandverletzte versorgt werden.

Lokalbehandlung:
Nach der Stabilisierung des Kindes werden die Wunden geschlossen (mit Salben und VerbÀnden) oder offen (in einem auf 37°C beheizten Raum und speziellen Betten) behandelt. Verbandswechsel finden bei ausgedehnten Verbrennungen meist unter Narkose statt. Nach genauem Erkennen der Tiefe der Verletzung wird entschieden, wie der weitere Behandlungsplan aussehen wird:

  • 1° oberflĂ€chliche Rötung:
    Heilt ohne weitere BemĂŒhungen nach ein paar Tagen narbenfrei ab.
  • 2°a (oberfl.) Blasenbildung: Heilt ohne Eingriffe nach ein bis drei Wochen narbenfrei ab.
  • 2°b (tief) weiße BelĂ€ge: Heilt ohne Eingriffe nach ein bis drei Wochen narbenfrei ab. Chirurgische Eingriffe fĂŒhren zu besseren Ă€sthetischen und funktionellen Resultaten.
  • 3° Zerstörung aller Hautschichten: Es muss immer operiert werden. Ohne chirurgischen Eingriff ist keine Heilung möglich, da die oberen Hautschichten zu schwer verletzt sind. Es bleiben Narben.


Hauttransplantation:
Um das spĂ€tere Aussehen der Narben so optimal wie möglich zu gestalten, vor allem an sichtbaren Stellen wie Gesicht, Hals, DekolletĂ© und HĂ€nden , sowie im Bereich von Beugestellen (Hals, Achsel, Ellenbogen) beginnt man mit der operativen Wiederherstellung meist so bald wie möglich. Abgestorbene Hautbezirke (Nekrosen) werden entfernt. Von gesunden Stellen des Körpers werden dĂŒnne Hautschichten (Spalthaut) genommen, auf die verletzten Gebiete aufgelegt und fixiert, damit sie dort anwachsen (Transplantation). Diese Spalthaut kann durch Einschneiden zu einem Gitternetz (Mesh-Graft) vergrĂ¶ĂŸert werden, um mehr FlĂ€che damit bedecken zu können. Je nach Ausmaß der Verletzungen mĂŒssen fĂŒr das Schließen der WundflĂ€chen eine oder aber auch mehrere Operationen angesetzt werden.

Hautentnahmestellen:
Viele Kliniken entscheiden sich dafĂŒr, bei Kindern die oberflĂ€chlichste Haut vom Kopf  zu entnehmen, da dann die Entnahmestellen spĂ€ter unter den Haaren verborgen liegen. DafĂŒr muss der Kopf völlig rasiert werden, die Haare wachsen schnell und vollstĂ€ndig wieder nach. Reicht diese Haut nicht aus, wĂ€hlt man bei Kindern in der Regel die Innenseiten der Oberschenkel oder den Po als weitere Entnahmestellen. Wenn die Verbrennung extrem großflĂ€chig ist, werden die verletzten Stellen vorĂŒbergehend mit Hautersatzmaterialien abgedeckt um in "Etappen" zu transplantieren. Manchmal wird auch aus körpereigenen HautstĂŒcken, die in der GrĂ¶ĂŸe einer Briefmarke entnommen werden, neue Haut gezĂŒchtet (Keratinozyten).

Nach der Operation
Nach der Operation mĂŒssen zum Einheilen der aufgelegten Transplantate die betroffenen Gebiete ungefĂ€hr 5 Tage vollstĂ€ndig ruhig gestellt werden (evtl. auch durch einen Gipsverband oder Schienen). Nach dieser Ruhezeit erfolgt der erste Verbandswechsel unter Narkose, bei dem sich herausstellt, in wie weit die Transplantate vom Körper angenommen worden sind. Manchmal wĂ€chst nicht alles an (z.B. wegen infizierter Wunden, schlechtem Wundgrund),  dann muss der Eingriff eventuell wiederholt werden.

Nachbehandlung:
Entscheidend fĂŒr den langfristigen funktionellen und Ă€sthetischen Erfolg ist die Nachbehandlung (Rehabilitation) nach der Entlassung. Noch im Krankenhaus wird Ihrem Kind ein elastischer Kompressionsanzug angemessen, der nach Abheilen der WundflĂ€chen regelmĂ€ĂŸig rund um die Uhr getragen werden muss. Durch die Kompression wird vermieden, dass Narben wuchern. Die Kompressionsbehandlung ist der wichtigste Therapieschritt nach der Klinikbehandlung zur Erzielung eines bestmöglichen Narbenbildes!
Die schon in der Klinik begonnene Krankengymnastik oder/und Ergotherapie muss auch zu Hause weitergefĂŒhrt werden.
Die verletzten Stellen mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig  eingecremt werden, um der  transplantierten und vernarbten Haut genĂŒgend Fett beizufĂŒgen und sie elastisch zu halten. Direkte Sonneneinstrahlung ist schlecht fĂŒr Narben, also optimaler Sonnenschutz (z.B. durch entsprechende Cremes, spezielle Sonnenschutzkleidung)  ist sehr wichtig!

Angebotene Hilfestellungen:
Ein Verbrennungs- oder VerbrĂŒhungsunfall betrifft die ganze Familie. Der Klinikaufenthalt und die Rehabilitation erfordern von Ihnen und Ihrem Kind viel Kraft und Geduld. In der Regel wird in entsprechend ausgestatteten Kliniken sofort psychologische oder seelsorgerische Hilfe angeboten. Nehmen Sie diese professionelle Hilfe unbedingt an. Familien, die auch in der gleichen Situation waren wie Sie, und deren Kinder dieselben Behandlungsschritte durchleben mussten, haben sich zu Paulinchen – Initiative fĂŒr  brandverletzte Kinder e. V. zusammengeschlossen.

Wenn Sie Ihren Kummer teilen wollen, wenn Sie Fragen haben oder Trost brauchen, rufen Sie uns an. Da wir wissen, wie teuer es ist, von der Klinik aus zu telefonieren, rufen wir auch gerne zurĂŒck. Der Blick in die Zukunft ist leichter, wenn man mit Familien spricht, die den Unfall schon lĂ€nger hinter sich haben und deren Kinder wieder vergnĂŒgt und heiter sind.

Paulinchen – Initiative fĂŒr brandverletzte Kinder e.V.
Segeberger Chaussee 35
22850 Norderstedt
kostenlose Hotline  0800 0 112 123

Fax  040 529 50 688
E-Mail

Adelheid Gottwald:
Tel.  02102 135 739

Nach oben

Land der Ideen 2011